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Rasseporträt:

 

 

Der Samojede
(Text: Andrea Eicher)

 

 

Er ist der „grosse weisse Hund mit dem lächelnden Gesicht, der in seinem Herzen das ganze Jahr über den Geist des Weihnachtsfestes trägt“. Er ist ein robuster, intelligenter, freundlicher, anpassungsfähiger Hund, welcher niemals agressiv gegenüber dem Menschen sein sollte und seine Freude gerne durch ein munteres Bellen zeigt.

Der Samojede zählt zu den ältesten Hunderassen. Seinen Namen hat er vom gleichnamigen Nomadenvolk, das ursprünglich in Westsibirien als Fischer, Jäger und Rentierzüchter lebte.

Erstmals aufmerksam wurde man auf die Hunde zur Zeit der Polarforschungen von 1870 bis 1912. Die Samojeden waren ein wichtiger Bestandteil dieser Expeditionen.

Die ersten Samojeden in England waren von unterschiedlichen Herkunft und kamen über verschiedene Wege zu Mr & Mrs Kilbourne Scott, welche um 1896 mit diesem Grundstock ihre züchterischen Tätigkeiten aufnahmen und durch gezielte Auswahl einen anerkannten Typ schufen.

Anfänglich stiess man bei dieser Rasse nebst den reinweissen, biscuit- oder cremefarbenen, welche die Standardfarben des heutigen Samojeden sind, auch auf weiss-schwarze, weiss-braun gefleckte und sogar rein schwarze Hunde. Obwohl sein üppiges Fell grossteils selbstreinigend ist, braucht es doch eine regelmässige Pflege, besonders während des Haarwechsel. Die weiche Unterwolle lässt sich hervorragend zu Strick-Wolle verarbeiten und diente den Menschen früher als Grundstoff für ihre Bekleidung.

Der Samojede war die erste offiziell anerkannte Schlittenhunderasse. Der erste Standard -wurde im Jahr 1909 in England erstellt und als Verwendungszweck wurde  „Schlittenhund“ angegeben. Dieser Vermerk hielt sich bis 1997. Dank seiner Munterkeit, Freundlichkeit und Anhänglichkeit wird der Samojede aber auch als Familien- und Begleithund sehr geschätzt. Dies ist mit ein Grund, dass er seit 1997 im Rasse-Standard als Schlitten- und Begleithund eingestuft ist.

Der Samojede ist ein typischer Traber und im Vergleich zum Siberian Husky weniger schnell, beweist aber beachtliche Ausdauer. Generell liebt er die Arbeit am Schlitten, kommt aber heute leider nur noch selten dafür zum Einsatz. Dank seiner Intelligenz, Gelehrigkeit und Anpassungsfähigkeit wird der Samojede heutzutage immer öfter als Begleit-, Therapie-, Katastrophen- und Sanitätshund ausgebildet und ist in diesen Sparten erfolgreich.

Da er wie bereits erwähnt sehr menschenfreundlich ist, eignet er sich in keiner Weise als Schutz- oder Wachhund. Mit Begeisterung ist er auch beim Agilitysport dabei. Auf Wanderungen, Fahrrad- oder Bergtouren ist er ein angenehmer, ausdauernder Begleiter.

 

Standard:
 

FCI-Standard Nr. 212 / 06.04.1998
SAMOJEDE / Samoiedskaïa Sabaka

Ursprung Rußland
Patronat Skandinavien/N.K.U.
Datum der Publikation des gültigen Originalstandards 22.07.1997
Verwendung Schlitten- und Begleithund.
Klassifikation FCI Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp.
Sektion 1.2: Nordische Schlittenhunde.
Ohne Arbeitsprüfung.

Kurzer geschichtlicher Abriß

Die Rassebezeichnung "Samojede" ist von den Samojeden-Stämmen abgeleitet, die in Nordrussland und in Sibirien beheimatet waren. Die in den südlichen Teilen der genannten Regionen lebenden Stämme verwendeten weiße, schwarze und braun gefleckte Hunde zum Hüten ihrer Rentierherden; in den nördlichen Teilen waren die Hunde reinweiß und sanftmütig und wurden als Jagd- und Schlittenhunde eingesetzt. Die Hunde der Samojeden lebten in enger Beziehung zu ihren Eigentümern; sie schliefen sogar in deren Zelten und wärmten sie. Der britische Zoologe Ernest Kilbourne Scott verbrachte 3 Monate des Jahres 1889 bei den Samojeden-Stämmen. Bei seiner Rückkehr nach England brachte er einen braunen Rüdenwelpen mit Namen "Sabarka" mit. Später importierte er von der Westseite des Urals die cremefarbene Hündin "Whitey Petchora" und aus Sibirien den schneeweißen Rüden "Musti". Diese wenigen Hunde bildeten zusammen mit den Hunden, die von anderen Forschern mitgebracht wurden, den Ursprung des Samojeden der westlichen Welt. Der erste Standard für diese Rasse wurde im Jahre 1909 in England erstellt.

Allgemeines Erscheinungsbild

Ein mittelgroßer, eleganter weißer arktischer Spitz, der den Eindruck von Kraft, Ausdauer, Geschmeidigkeit, Würde und Selbstvertrauen gepaart mit Charme vermittelt. Sein charakteristischer Ausdruck, das sogenannte "Lächeln" des Samojeden, wird erzeugt durch die Kombination der Augenform und -stellung mit den in sanfter Kurve nach oben gerichteten Lefzenwinkeln. Der jeweilige Geschlechtstyp sollte deutlich erkennbar sein.

Wichtige Proportionen

Die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe um annähernd 5%, während die Tiefe des Körpers etwas geringer als die halbe Widerristhöhe ist. Die Länge des Vorgesichts entspricht in etwa der des Oberkopfes.

Verhalten/Charakter (Wesen)

Freundlich, aufgeschlossen, munter und lebhaft mit sehr gering ausgeprägtem Jagdinstinkt. Keinesfalls scheu oder aggressiv. Sehr gesellig; als Wachhund ungeeignet.

Kopf

Kräftig und keilförmig.

Oberkopf

Schädel Von vorn und von der Seite gesehen nur wenig gewölbt, am breitesten zwischen den Ohren. Die Furche zwischen den Augen ist wenig sichtbar.
Stop Deutlich erkennbar, jedoch nicht zu ausgeprägt.

Gesichtsschädel

Nasenschwamm Gut entwickelt, vorzugsweise schwarz. Zu bestimmten Zeiten des Jahres kann das Nasenpigment verblassen bis hin zur sogenannten "Winternase"; die Nasenränder müssen jedoch stets dunkel sein.
Fang Kräftig und tief, ungefähr von gleicher Länge wie der Oberkopf, zur Nase hin allmählich schmaler werdend. Weder spitz und schach noch schwer und quadratisch. Der Nasenrücken ist gerade.
Lefzen Straff anliegend, schwarz und ziemlich fleischig. Die Lefzenwinkel verlaufen in einer sanften Kurve nach oben und erzeugen so das typische "Samojeden-Lächeln".
Kiefer/Zähne Regelmäßiges, vollständiges Scherengebiß gemäß der Zahnformel mit kräftigen Kiefern und Zähnen.
Augen Dunkelbraun, gut in den Augenhöhlen eingebettet; ziemlich weit auseinander etwas schräg eingesetzt; mandelförmig. Der Ausdruck ist "lächelnd", freundlich, aufmerksam und intelligent.
Ohren Aufrecht, ziemlich klein, dick, dreieckig mit leicht abgerundeten Spitzen. Sie sollten beweglich sein und hoch und – infolge des breiten Schädels – gut voneinander entfernt angesetzt sein.

Hals

Kräftig und mittellang; stolz getragen.

Körper

Etwas länger als hoch; tief und kompakt, dabei jedoch geschmeidig.
Widerrist Deutlich betont.
Rücken Mittellang, muskulös und gerade; bei Hündinnen etwas länger als bei Rüden.
Lenden Kurz, sehr kräftig und klar abgegrenzt.
Kruppe Voll, kräftig, muskulös, leicht abfallend.
Brust Breit, tief und lang, fast bis hinunter zu den Ellenbogen reichend, Rippen gut gewölbt.
Untere Profillinie und Bauch Mäßig aufgezogen.

Rute

Ziemlich hoch angesetzt. In der Bewegung oder in aufmerksamer Haltung wird die Rute vom Ansatz an über den Rücken oder zur Seite gebogen getragen, darf aber in Ruhestellung herabhängen und reicht dann bis zu den Sprunggelenken.

Gliedmaßen

Vorderhand

Gut gestellt; muskulös mit kräftigen Knochen.
Schulter Lang, fest anliegend und schräg gelagert.
Oberarm Schräg gelagert, dicht am Körper anliegend. Ungefähr ebenso lang wie das Schulterblatt.
Ellenbogen Dicht am Körper anliegend.
Karpalgelenk Kräftig, jedoch flexibel.
Vordermittelfuß Leicht schräggestellt.
Vorderpfoten Oval, flexibel, gerade nach vorn gerichtet; lange, gewölbte, nicht zu fest zusammengefügte Zehen. Elastische Ballen.

Hinterhand

Von hinten gesehen gerade und parallel stehend, sehr stark bemuskelt.
Oberschenkel Mittellang, recht breit und muskulös.
Knie Gut gewinkelt.
Sprunggelenk Ziemlich tiefstehend und gut gewinkelt.
Hintermittelfuß Kräftig, kurz, senkrecht und parallel gestellt.
Hinterpfoten Gleich den Vorderpfoten. Afterkrallen sollten entfernt werden.

Gangwerk

Kraftvoll, frei, mühelos erscheinend, mit weit ausgreifenden Schritten. Die Vorderhand zeigt guten Raumgriff, die Hinterhand viel Schubkraft.

Haarkleid

Haar

Üppig, dick, elastisch und dicht als idealer Schutz im Polarklima. Der Samojede hat doppeltes Haar mit kurzer, weicher Unterwolle und längerem, harscherem, glattem Deckhaar. Das Haar sollte um Hals und Schultern eine Mähne bilden, die den Kopf einrahmt und bei den Rüden besonders ausgeprägt ist. Auf dem Kopf und an der Vorderseite der der Läufe ist das Haar kurz und glatt, auf der Außenseite der Ohren kurz, glatt und abstehend. Die Ohrinnenseiten sollten gut behaart sein. An der Rückseite der Oberschenkel bildet das Haar sogenannte "Hosen". Zwischen den Zehen sollten schützende Haare wachsen. Die Rute sollte reichlich mit Haar bedeckt sein. Das Haar der Hündinnen ist oft kürzer uns weicher in der Textur als das des Rüden. In jedem Fall sollte das korrekte Haar einen ganz besonderen schimmernden Glanz haben.

Farbe

Reinweiß, cremefarben oder weiß mit Bisquit, wobei die Grundfarbe weiß sein muß und nur einige wenige Bisquit-Abzeichen aufweisen darf. Keinesfalls darf das Fell blaßbraun wirken.

Größe

Widerristhöhe Ideale Widerristhöhe: 57 cm bei Rüden, 53 cm bei Hündinnen, wobei jeweils eine Abweichung von 3 cm nach oben oder nach unten toleriert wird.

Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
- Sichtbare Gebäudefehler.
- Leichte Knochenstruktur.
- Feminine Rüden, maskuline Hündinnen.
- Zangengebiß.
- Gelbe Augen.
- Weiche Ohren.
- Tonnenförmiger Brustkorb.
- Doppelt grollte Rute.
- Läufe zu kurz.
- Stark gebogene Läufe, Kuhhessigkeit.
- Am ganzen Körper welliges oder kurzes Haar; langes, weiches oder herabhängendes Haar.
- Mißtrauische Natur.

Schwere Fehler

- Deutlich unpigmentierte Stellen an den Lid- oder Lefzenrändern.

Ausschließende Fehler

- Blaue oder verschiedenfarbene Augen.
- Vor- oder Rückbiß.
- Nicht aufrecht stehende Ohren.
- Standardwidrige Fellfarbe.
- Scheue oder aggressive Veranlagung.

N.B.

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.